Historische Kleidung
Franz. Frack, Culotte, Weste und Unterweste, Hemd, 1803

- Rock und Hose aus schwarzem Wolltuch,
weiße Weste und rote Unterweste aus Seide, Hemd aus Leinen
- Der hier gezeigte Anzug ist typisch für
den modebewussten Herren der Zeit des Consulat. Anregung für dieses Ensemble
lieferte ein Modestich von 1803, der einen Herren in solcher Kleidung zeigt,
welche man in Paris zu diesem Zeitpunkt für höchst modisch hielt. Die Kniebundhose (Culotte) hat anstelle
der Schnallen an den Kniebändern nun nur lange Bändchen, welche zu Schleifen
zusammen gebunden wurden. Die Taille der Culotte reicht weit hinauf, wenn
auch nicht mehr so weit wie zum Zeitpunkt des Höhepunktes des Anstiegs der
Hosentaille.
- Oben schließt sich eine weiße seidene
Weste mit recht hohem Kragen an, worunter eine farbige, hier rote Weste
hervorblitzt, um den eleganten Effekt noch zu erhöhen. Da die Weste nur
wenige Knöpfe an der Front hat, ist eine große, schöne Verzierung am Jabot
sichtbar. Diese befindet sich also an dem Hemd,
das auch Batistmanschetten an den Ärmeln im Amadisschnitt (enganliegend)
hat. Der hohe Westenkragen, welcher noch über das bereits hoch
aufschließenden Halstuch hinausreicht ist ebenso charakteristisch für diese
Zeit wie der eng anliegende Rock.
- Dieser Frack war zu dieser Zeit in
dieser Form noch eine große Neuheit. Die weit zurück geschnittenen Schöße
und der schmal gehaltene Rücken machen eine elegante Silhouette. Der
einreihig mit Knöpfen besetzte Rock hat ein kleines Revers und einen
Umlegekragen, der allerdings noch eine moderate Höhe besitzt. Die Aufschläge
sind schlicht mit je zwei Knöpfen besetzt. Zu einem solchen Anzug wurden
Handschuhe, ein großer Hut (Zweispitz), Schuhe mit niedrigen Absätzen, die
entsprechende (gepuderte) Frisur, eine Uhr mit schwarzem Uhrband und einige
weitere modische Accessoires getragen.
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